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Stanisław Lubieniecki (Hamburg) an Heinrich Sivers (Hamburg), 24. Dezember 1664

Metadaten

Kopfregest

Lubieniecki bedankt sich für das Antwortschreiben von Sivers vom 8. Dezember (alten Stils)Brief und verdeutlicht seine Überlegungen von der Entstehung der Kometenschweife an Hand einer ZeichnungSachbegriff (im Register), die dem Brief vermutlich beigefügt war. Er bittet SiversPerson (im Register) um eine kritische Diskussion seines Vorschlags, da er stets nach der Wahrheit strebe.

Variante 1

Texttyp

Abdruck

Textgenre

Brief

Grundsprache

Latein

Quelle

Theatrum cometicum I, S. 914f.Werk (in der Bibliografie)

Inhalt

[914]

Grata quidem responsio ista tuaBrief mihi fuit, verum tamen cum in ea ipsa sine illustrationeSachbegriff (im Register) per aliquod schemaSachbegriff (im Register) acquiescere non possim, velim hanc addas, et opinionem meam juxta istud schema Sachbegriff (im Register)penitius consideres, quae, ut plenius intelligatur, haec est. Videntur Solis radii, quibus nosti directe opponi caudam cometae, incidere in partem quandam aëris, vel alioqui materiam quandam pellucidam et luminis susceptibilem, eamque penetrando efficere caudam cometae. Scilicet illi, cum corpus solare longe sit majus corpore co-metali, vel in cometa concentrari, et exinde radios magis magisque spargere et diducere; vel certe non omnes in materiam luminis susceptibilem incidere, sed eam praeterire, certis tantum eam penetrantibus, videntur.
Quod si vero hanc opinionem meam demonstrari non posse animadvertas, velim mihi sincere indices, libertate utens philosophicaSachbegriff (im Register). Equidem rem mihi facies gratam. VeritatemSachbegriff (im Register) enim ubique quaero, et amplector. Vale.

Editorische Anmerkungen
  1. Wie die Skizze Lubienieckis ausgesehen haben mag, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen; vermutlich wird sie in den Grundzügen der Figur des Sivers geähnelt haben, die im "Theatrum cometicum" als Figur 2Brief abgedruckt ist. Die Strahlen der Sonne wird Lubieniecki als parallel verlaufend angenommen haben, von denen diejenigen, die durch den Kometenkern verlaufen ("in cometa concentrari"), gebrochen werden. Auf Grund dieses BrechungSachbegriff (im Register) wird – erstens – der Kometenkopf sichtbar und entsteht – zweitens – der Kometenschweif. Ein Modell findet sich bspw. in VitelloPerson (im Register), Optica X, n. 48, S. 443Werk (in der Bibliografie): Hier repräsentiert das optisch dichtere Medium eine Kristallkugel, die einen im Brennpunkt positionierten Körper ggf. entflammt. Ein weit verbreiteter Gegenstand, an dem man sich die Lichtbrechung an einer transparenten KugelSachbegriff (im Register) zunutze machte, war die sog. "SchusterkugelSachbegriff (im Register)". Allerdings nimmt Lubieniecki offenbar gar nicht an, dass der "Kopf" des Kometen optisch dichter sei. Vielmehr geht er davon aus, dass dieser optisch dünner sei, denn die Strahlen sollen sich verbreitern ("spargere"). Dies würde zu einer nicht konischen Schweifform führen, sondern zu einer sich verbreiternden. In dieser Weise hat später bspw. FabriPerson (im Register) argumentiert (FabriPerson (im Register), Synopsis optica, S. 175f.Werk (in der Bibliografie)). Zurück zur kommentierten Textstelle
Zitierhinweis

Michael Weichenhan: „Stanisław Lubieniecki (Hamburg) an Heinrich Sivers (Hamburg), 24. Dezember 1664“, in: Zwischen Theologie, frühmoderner Naturwissenschaft und politischer Korrespondenz: Die sozinianischen Briefwechsel, hg. von Kęstutis Daugirdas und Andreas Kuczera unter DH-Mitarbeit von Julian Jarosch und Patrick Toschka.

Link zur aktuellsten Version dieses Briefes:
https://sozinianer.de/id/MAIN_j3w_qlm_zdb

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