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Stanisław Lubieniecki (Hamburg) an Johann Friedrich Schletzer (Paris), 4. April 1665

Metadaten

Kopfregest

LubienieckiPerson (im Register) hat in der laufenden Woche keine Post aus BreslauOrt (im Register) erhalten, er übersendet das, was er am Tage zuvor aus PolenOrt (im Register) zugesandt bekommen hat. Vom ReichstagSachbegriff (im Register) aus RegensburgOrt (im Register) war ebenfalls nichts zu hören, außer dass es noch zu keiner Übereinkunft gekommen sei. Der PrinzipalkommissarPerson (im Register) will die WahlenSachbegriff (im Register) einschränken, die doch frei sein sollenSachbegriff (im Register). Daher fürchtet man, dass der ReichstagSachbegriff (im Register) scheitert. Lubieniecki erwartet dringend eine Erklärung SchletzersPerson (im Register) hinsichtlich der 97 Reichstaler, eine Angelegenheit, die ihn sehr beunruhigt. Im PostskriptumSachbegriff (im Register) berichtet Lubieniecki knapp von einem AufruhrSachbegriff (im Register) in LübeckOrt (im Register), in den der BürgermeisterPerson (im Register)Sachbegriff (im Register) verwickelt sei, die Situation habe sich aber bereits wieder beruhigt.

Variante 1

Signatur

Sup. ep. 4°, f. 37r–37v

Texttyp

Manuskript

Textgenre

Brief

Grundsprache

Französisch

Anmerkung

Altsignatur: SUBH Sup. ep. 4°, S. 57f. Autograph, Ausfertigung mit einfacher Datierung ohne weitere Spezifizierung, mit Adresse und Besiegelung. Umseitiger DorsualvermerkSachbegriff (im Register) von der Hand Schletzers.

Inhalt

[37r]

A Mons.rAbkürzungsauflösung: MonsieurMonsr.Abkürzungsauflösung: MonsieurJean Frideric SchletzerPerson (im Register)p.Abkürzungsauflösung: et cetera

MonsrAbkürzungsauflösung: Monsieur.

Je n’ay rien reçeu cette semaine de BreslauOrt (im Register). Et voici ce que j’ay reçeu hier des affaires de Pologne . On ne me mande rien de RatisboneOrt (im Register), si non que la concorde n’estoit pas encor restablie, le Directeur d’Autriche voulant moderer les suffrages, que doivent estre libres. On craigne donc que la DièteSachbegriff (im Register) sera rompue. Je suis en attente à tous moments de vostre decalaration touchant les 97.Editorische StreichungescusSachbegriff (im Register), qui me troublent assez la teste.

Je suis toutefois à jamais
Monsr.Abkürzungsauflösung: Monsieur
VostreEditorische Normalisierung: vostretresh.Abkürzungsauflösung: treshumble
et tresob.Abkürzungsauflösung: tresobeissant
serv.Abkürzungsauflösung: serviteur

[De Lubienietz]Unsichere Lesart (mit hoher Sicherheit)

[⸺]Lücke: 1 Zeile. Grund: Zerstörung/Verlust.

[37v]

dat.Abkürzungsauflösung: datum4. April.Abkürzungsauflösung: AprilisIm Text erwähntes Datum: 04.04.1665 (nach Gregorianischem Kalender); im Text verwendeter Kalender: GregorianischS.Abkürzungsauflösung: stiloN.Abkürzungsauflösung: novo
Ao.Abkürzungsauflösung: anno 1665
Empf.Abkürzungsauflösung: empfangendAbkürzungsauflösung: den14[.]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) ditoIm Text erwähntes Datum: 14.04.1665 (nach Gregorianischem Kalender); im Text verwendeter Kalender: Gregorianisch
zu ParOrt (im Register)
Branburg, d.Abkürzungsauflösung: den7[.]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit)/17[.]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) selbigIm Text erwähntes Datum: 17.04.1665 (nach Gregorianischem Kalender); im Text verwendeter Kalender: Julianisch und Gregorianisch

Editorische Anmerkungen
  1. Die hier erwähnten Beilagen sind in der SUB Hamburg nicht mehr vorhanden und möglicherweise weitergeleitet worden.Zurück zur kommentierten Textstelle
  2. Es bleibt unklar, auf welche Übereinkunft genau angespielt wird. Zurück zur kommentierten Textstelle
  3. Lubieniecki dürfte mit dieser Amtsbezeichnung wohl den Prinzipalkommissar meinen, der den Kaiser auf dem Reichstag vertrat. Von 1663 bis zu seinem Tod 1668 versah Guidobald von Thun und HohensteinPerson (im Register), Fürsterzbischof von SalzburgOrt (im Register) und späterer Kardinal, dieses Amt. Vgl. von Aretin, Das Alte Reich, Bd. 1, S. 216, 425.Zurück zur kommentierten Textstelle
  4. Eine Anspielung auf Verhandlungen rund um die strittige Frage einer ständigen WahlkapitulationSachbegriff (im Register) .Zurück zur kommentierten Textstelle
  5. Der Hintergrund der vermerkten UnruhenSachbegriff (im Register) war folgender: Zünftige Lübecker Handwerker und BierbrauerSachbegriff (im Register)Sachbegriff (im Register) betrachteten die Tätigkeiten von unzünftigen Berufskollegen, die die betreffenden Gewerbe eigenmächtig auf umliegenden LandgüternSachbegriff (im Register) betreiben wurden, als geschäftsschädigend. Viele dieser Güter befanden sich in den Händen Lübecker PatrizierSachbegriff (im Register). Nachdem bisherige VerboteSachbegriff (im Register) folgenlos geblieben waren, war dem RatSachbegriff (im Register) der Stadt Lübeck am 17. März 1665Im Text erwähntes Datum: 17.03.1665 (nach Gregorianischem Kalender); im Text verwendeter Kalender: Gregorianisch erneut eine PetitionSachbegriff (im Register) der Ämter und der Rotbrauer vorgelegt worden, der nun auch VisitationenSachbegriff (im Register) auf den betreffenden GüternSachbegriff (im Register) einschloss. Als der Rat zunächst zögerte, zogen schließlich am 21. März 1665Im Text erwähntes Datum: 21.03.1665 (nach Gregorianischem Kalender); im Text verwendeter Kalender: Gregorianisch mehrere Hundert bewaffnete Lübecker Leute in Begleitung von Gerichts-, Wette- und Marstalldienern in die umliegenden Dörfer, verschütteten Bier und zerstörten Brauereieinrichtungen und andere Handwerksutensilien. Auch Gutshäuser wurden in in Mitleidenschaft gezogen. Am 31. MärzIm Text erwähntes Datum: 31.03.1665 (nach Gregorianischem Kalender); im Text verwendeter Kalender: Gregorianisch und am 3. AprilIm Text erwähntes Datum: 03.04.1665 (nach Gregorianischem Kalender); im Text verwendeter Kalender: Gregorianisch wurden im Lübecker Raum weitere Dörfer in dieser Weise Ziel solcher Visitationen. Nach diesen Ereignissen bemühte man sich um eine Einigung, die im sogenannten Kassarezess vom 26. Juli 1665Im Text erwähntes Datum: 26.07.1665 (nach Gregorianischem Kalender); im Text verwendeter Kalender: Gregorianisch gefunden wurde. Offenbar war diese Lösung eher dem Engagement des Ratsherrn Dietrich von BrömbsenPerson (im Register) als dem des von Lubieniecki hier nur indirekt erwähnten BürgermeistersSachbegriff (im Register)Gotthart von HövelnPerson (im Register) zu verdanken. Vgl. Graßmann, Lübeck im 17. Jahrhundert, S. 456-457. Bei den Unruhen, von denen LubienieckiPerson (im Register) hier schreibt, handelt es sich um die Durchführung der VisitationenSachbegriff (im Register).Zurück zur kommentierten Textstelle
Zitierhinweis

Maike Sach: „Stanisław Lubieniecki (Hamburg) an Johann Friedrich Schletzer (Paris), 4. April 1665“, in: Zwischen Theologie, frühmoderner Naturwissenschaft und politischer Korrespondenz: Die sozinianischen Briefwechsel, hg. von Kęstutis Daugirdas und Andreas Kuczera unter DH-Mitarbeit von Julian Jarosch und Patrick Toschka.

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