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Nachrichten aus Bremen vom 26. November 1665, Exzerpt eines Briefes "von sicherer Hand" (ohne Datum)

Metadaten

Kopfregest

Aus BremenOrt (im Register) wird von der Anwerbung von SöldnernSachbegriff (im Register) für die Herzöge von LüneburgOrt (im Register) berichtet, die angeblich auf Seiten MünstersOrt (im Register) im KriegSachbegriff (im Register) gegen die NiederlandeOrt (im Register) eingesetzt werden sollen. Angesichts schlechter Besoldung und Ausrüstung, würden die Angeworbenen wieder davonlaufen. Johann Moritz von Nassau-SiegenPerson (im Register) stimme sich wegen eines niederländisch-fränzösischen Feldzzuges gegen den Fürstbischof von MünsterOrt (im Register)Person (im Register) gerade mit den Franzosen abSachbegriff (im Register). Der BischofPerson (im Register) selbst sei verletzt, die Niederländer könnten nicht glauben, dass MünsterOrt (im Register) kaiserliche Truppen gegen sie einsetze und forderten ihrerseits auf Münsteraner Gebiet KontributionenSachbegriff (im Register).

Variante 1

Signatur

Sup. ep. 4° 72, f. 374r–375v

Texttyp

Manuskript

Textgenre

Nachrichtenbeilage

Grundsprache

Deutsch

Anmerkung

Altsignatur: SUBH Sup. ep. 4° 72, S. 731–734. Beilage zum Brief Lubienieckis an Schletzer vom 22. November/2. Dezember 1665Brief.

Inhalt

[374r]

Alhier ist auch für die LüneburgOrt (im Register)ischen geworben wordenSachbegriff (im Register). Den 19. Novembr.Abkürzungsauflösung: NovemberIm Text erwähntes Datum: 19.11.1665 (nach Gregorianischem Kalender); im Text verwendeter Kalender: unbekannthaben sie alhie auf rendezvous zu Neuenburg an der WeserOrt (im Register) sich einzufinden ordre gehabt, wohin auch die Artiglerie zu sammenEditorische Normalisierung: zusammen geführet werden sollen. Wohin nun der march gehen wird[,]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) stehet zu erwarten[,]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) man vernemet[,]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) ins Stifft MünsterOrt (im Register). Nicht allein die auß dem Münsterischen, sondern auch auß dem Lager ankommende berichten, dzAbkürzungsauflösung: daß wegen mangel von provisiongle gelt und andere nottürftiger ordre die Völcker fast verlauffen, also daß manche Compagnien kaum 20.Editorische Streichung Mann[,]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) die 80.Editorische Streichung gewesen, und wird bey den StaatenOrt (im Register) die gantze Armeé der Münsterischen zu 12.mAbkürzungsauflösung: 12000 von ohn passionirten aber so wissenschafft da vonEditorische Normalisierung: davon haben dieselbe zu 14.Editorische StreichungmAbkürzungsauflösung: 14000 Mann pro residuoaestimiret, und zwar übel zu finden und nicht wohl providiret; sie gegen vermeinung die StaatenOrt (im Register) 40.Editorische Streichung a 50.Editorische StreichungmAbkürzungsauflösung: 50000 ins feld zu lieffern außerhalb 20.Editorische StreichungmAbkürzungsauflösung: 20000 der ordinariland militzEditorische Normalisierung: landmilitz. Prinz Mauritz von NassauPerson (im Register) ist von GroningenOrt (im Register) [374v] nach DirenOrt (im Register) verreiset, mit den Frantzosen zu communiciren[,]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) ob sie conjunctim oder separatim gehen werden uber die Ißel ins Münsterische den einfal zu thunSachbegriff (im Register). Ihm Groninger lande seindt 6000.Editorische Streichung beysammen, die Münsterische umb WinschottenOrt (im Register)auß zu treibenAbkürzungsauflösung: außzutreiben[.]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) Von MeppenOrt (im Register) verlautet aber, daß der BischofPerson (im Register) seine Völcker schon an sich gezogen habe. In deßenAbkürzungsauflösung: Indessen haben sie rein bort und lassen dem landes mann nichts, und hausiren übel. Der Bischof von MünsterOrt (im Register)Person (im Register) sollet gestürzet sein von Pferde und also in der Doctoren hände gerathen sein. Man will in HollandOrt (im Register) nicht glauben, dzAbkürzungsauflösung: daß es Kay.Abkürzungsauflösung: kayserliche Völcker seyn. Es wird hiernechst uber dzAbkürzungsauflösung: das Stiffte MünsterOrt (im Register) gehen. Die Herren Staaten lassen dzAbkürzungsauflösung: das Stifft zum theil anitzo|in contributionSachbegriff (im Register) setzen hiebey ergehet ein.

Hieß, der König von Franckreich vor wenig wochen einem sicherem Ambass.r Ambassador audientz gegeben, und beinahe eine halbe stunde lang gleich einem Advocaten peroriret untern anderen ein papier auß seinem sack [375r] gezogen, schreihend, ["]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit)dieses ist das testament von meinem Schwäger VadterEditorische Normalisierung: SchwäEditorische Normalisierung: iegervadtersehlAbkürzungsauflösung: sehligPerson (im Register)[,]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) worinen er mich gegen alle billigkeit gantz außgelassen, da doch in effectu vor Godt und aller welt FlandernOrt (im Register) und BrabandOrt (im Register) mir zugehöret, deßelben mich aber fähig zu machen, müste ich die wafen in die hand nehmen[,]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) viel unschuldiges Christen bluthAbkürzungsauflösung: Christenbluth vergießen und bey millionen Menschen arm machen, und da würde man von mir sagen: Ich wäre insatiable, wolt ein König über alle Könige und ein Monarch über alle Monarchen und ein Herr über alle Herren sein. Dieses aber wille ich nicht thun, sondern Godt bidten, dzAbkürzungsauflösung: daß er meinem Bruder wolle geben ein langes leben, allen seegen und prosperität in seiner Regierung und ich will ihm in allen occurentzen beistehen: Solte er aber[,]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) da Godt vor sey, vor der Zeit sterben, alß dan wird mich niemand verdenken, dzAbkürzungsauflösung: das seinige quovis modo zu suchen, was mir von Godt und rechtes wegen gebühret.["]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit) Endlich sagte der KönigPerson (im Register);Editorische Normalisierung: :["]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit)Dieses sage ich euch, dzAbkürzungsauflösung: daß ihr es eurem FürstenPerson (im Register) wieder hinterbringen solltet: Ich weiß wohl[,]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit)dzAbkürzungsauflösung: daß der Bischof von MünsterOrt (im Register)Person (im Register) seine armatur [375v] nicht allein von englischem, sonders auch meistens von spanischem gelt und einiger anderer Reichsfürsten beysteuer die waffen in der hand genommen mit mehrern.["]Editorische Ergänzung (mit hoher Sicherheit)

Editorische Anmerkungen
  1. Bei dieser angeblichen Audienz handelt es sich möglicherweise um ein Gerücht, es bleibt unklar, um welche kaiserliche Gesandtschaft es sich hier handeln könnte. Die Gesandtenfolge bei Bittner, Groß, Repertorium der diplomatischen Vertreter I, weist für den infrage kommenden Zeitraum eine Lücke auf, vgl. ebd. S. 141. Die Auseinandersetzung um Brabant und Flandern ist aber real: Ludwig XIV.Person (im Register) versuchte nach dem Tod des spanischen KönigsPerson (im Register) seine Herrschaft über die spanischen Niederlande auszudehnen und dabei Erbansprüche seiner EhefrauPerson (im Register) geltend zu machen. Zurück zur kommentierten Textstelle
Zitierhinweis

Maike Sach: „Nachrichten aus Bremen vom 26. November 1665, Exzerpt eines Briefes "von sicherer Hand" (ohne Datum)“, in: Zwischen Theologie, frühmoderner Naturwissenschaft und politischer Korrespondenz: Die sozinianischen Briefwechsel, hg. von Kęstutis Daugirdas und Andreas Kuczera unter DH-Mitarbeit von Julian Jarosch und Patrick Toschka.

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