Bearbeitete Teilkorpora

Das Teilkorpus Stanisław Lubieniecki

Der polnische Adlige Stanisław Lubieniecki d. J. (1623–1675) war ein namhafter Vertreter der dritten Generation der Sozinianer, die sich im Laufe der ersten Hälfe des 16. Jahrhunderts einer zunehmenden Anfeindung in Polen-Litauen gegenübersahen und das Land 1658 nach einem Beschluss des Sejms verlassen mussten. Seine Korrespondenzen stellen ein ebenso umfangreiches wie bedeutsames Teilkorpus innerhalb der Sozinianischen Briefwechsel dar: Seit seiner frühen Jugend bis zu seinem Tode wechselte Lubieniecki mit seinen Korrespondenzpartnern mehr als 1300 Schreiben, die bisher im Rahmen der Arbeiten an der vorliegenden Edition nachgewiesen werden konnten. Hierbei wurden gut 90 Korrespondenzpartner namentlich identifiziert, einige sind noch anonym geblieben.

Dieses dichte Netzwerk ist geprägt von den historischen Prozessen, die zum Ende der Geschichte der Sozinianer in Polen-Litauen führten. Waren dieser Glaubensgemeinschaft dort zunächst ob der traditionell waltenden Toleranz Räume zur Entfaltung geboten worden, so wurden die Spiel- und Handlungsräume im Zuge der Rekatholisierung sukzessive verkleinert und schließlich verschlossen. Dabei spiegeln die Korrespondenzen Lubienieckis die vielfältigen Themen wider, mit denen er im Laufe seines Lebens konfrontiert wurde oder mit denen er sich in seiner Eigenschaft als sozinianischer Theologe und Historiker sowie aus naturwissenschaftlichem Interesse eingehend befassen wollte. Die Briefwechsel behandelten Themen aus Religion, Politik und Naturwissenschaft, die für die respublica litteraria von Interesse waren. Lubienieckis Netzwerk war sorgsam geknüpft und gerade in einigen Kontakten und spezifischen Konstellationen das Ergebnis seines Herkommens und den Wechselfällen seines Lebens.

Partikularkorpora im Teilkorpus Lubieniecki